Jahrgang 1940; Hauptschule in Strebersdorf bei Wien und Landwirtschaftliche Fachschule in Eisenstadt; Durch den plötzlichen Tod des Vaters sehr früh Übernahme des Betriebes; Nach einem Besuch eines Vortrages über die Möglichkeiten von biologischer Landwirtschaft Feuer und Flamme für das Neue; Missernten und Qualitätseinbussen lassen keinen Platz für Ökoromantik - gelernt wird auf die harte Tour; Es wirkt - Qualität läßt sich gerade mit biologischen Trauben herstellen! Dennoch am Anfang ist es doppelt schwer: Erstens hat man bei der Produktion zu kämpfen und dann nochmal im Verkauf; Zeitweise wird auf den Hinweis aus biologischer Landwirtschaft verzichtet um sich das Geschäft nicht zu zerstören; Heute findet man Johann am liebsten im Weingarten - dort pflegt er den Boden und die Reben mit einer Hingabe wie kein zweiter. Da sind die Weingärten in guten Händen;
Waltraud
Jahrgang 1954; Hauptschule in Neusiedl und Gastronomiefachschule in Bad Gleichenberg bringen das notwendige Know How für die Führung des Heurigenrestaurants; die Liebe zum Wein kommt mit der Liebe zum Mann; Bei der Abstimmung der Weine und dem Feinschliff hat sie seit Jahren das Sagen
Hannes
Jahrgang 1977; Hauptschule Bad Goisern und Sporthauptschule Purbach machten aus dem Flachländer einen Recht passablen Skifahrer und lieferten obendrein noch eine solide Allgemeinausbildung; Gastronomiefachschule Neusiedl am See brachten Kochkenntnisse von unschätzbarem Wert (besonders für den Rest der Familie!) und schulten den Gaumen und brachten Wissen im Umgang mit Wein und Kulinarik; Praktika in Hotel- und Gastronomiebetrieben sorgten für den nötigen Abstand zum elterlichen Betrieb; Weinfacharbeiterausbildung und diverse Seminare bringen das notwendige Wissen in der Weinerzeugung; Seit 1999 voll im Betrieb integriert und zuständig für die Traubenübernahme und Verarbeitung bis zum Versand des fertigen Weines an den Kunden;
Markus
Jahrgang 1978; Gymnasiums der Diözese Eisenstadt, danach Studium an der Wirtschaftsuniversität Wien; Einige Monate Arbeit im OMV Konzernkontrolling, Auslandssemester in London und Langzeitaufenthalt und Praktika in Montreal und Toronto; Nebenbei Verantwortlich für die Eröffnung des Heurigenrestaurants; Nach Abschluss des Studiums Wechsel in die Wirtschaftsprüfung (KPMG) - Erweiterung des Horizontes. Seit Frühjahr 2008 wieder voll im Betrieb integriert und verantwortlich für Vertrieb und Kommunikation sowie (leider!) fürs Büro;
Lieber Weinfreund!
Am Ufer des Neusiedlersees und am Fuße des Leithagebirges bewirtschaftet
die Familie Steindl 6 ha Rebfläche nach organisch biologischen
Grundsätzen und Methoden. Johann Steindl übernahm bereits in sehr jungen
Jahren den väterlichen Betrieb und baute ihn sukzessive von einem
damals üblichen Bauernhof zu einem qualitätsorientierten angesehen
Weinbaubetrieb aus. Heute führt Waltraud Steindl die Agenden des Weingutes
und erhält dabei große Unterstützung von ihren drei Söhnen Hannes,
Markus und Lukas sowie selbstverständlich von ihrem „pensionierten“
Ehemann.
Zu den angepflanzten Sorten zählen bei den Rotweinen der Blaufränkisch,
der Zweigelt, der Cabernet Sauvignon und der Merlot und bei den
Weißweinen der Welschriesling, der Chardonnay und der Weißburgunder
sowie der Grüne Veltliner der Traminer und der Bouvièr. Neben Wein werden
auch Traubensaft und edle Weinbrände produziert. Sie bestechen
durch besondere Fruchtigkeit und Eleganz.
Der Weinbau im Neusiedlersee Hügelland wird vor allem durch das pannonische
Klima des Sees mit einer Durchschnittstemperatur von 12°C, einem
durchschnittlichen Jahresniederschlag von 600mm und etwa 2000
Sonnenstunden im Jahr begünstigt.
Charaktervolle Weine wollen wir erzeugen. Ausdrucksstark und klar soll
ihre Form sein, rein ihr Geist und ihr Bukett. Fruchtig elegant sollen sie
sein und Freude machen. Stimmung sollen sie verbreiten können, genauso
wie zur Muße beitragen. Unser Denken und Handeln soll sich im Wein widerspiegeln
– nur dann kann unser Name auf dem Etikett stehen. Weinbauer
zu sein heißt Verantwortung zu übernehmen, frei in seinen Entscheidungen
zu sein sich jedoch gewissenhaft von der Natur leiten zu lassen,
welche den Weg vorgibt. Unseren Kunden möchten wir die Möglichkeit
geben, ein Stück des Weinbauern-Seins mit nach hause zunehmen.
Ein Stück dieser Freiheit, aber auch ein Stück der Verbundenheit des
Weinbauern mit den Elementen der Natur. Unser Haus soll all jenen offen
stehen, die daran Freude finden und uns ein wenig auf diesem Weg begleiten
wollen.
Durch die besonderen Anstrengungen im Weingarten während des
ganzen Jahres hindurch sind unsere Trauben zumeist von tadelloser physischer
Verfassung. Kommt es aber dennoch aufgrund widriger Witterungsbedingungen
zu kranken Trauben, so werden diese noch im Weingarten
aussortiert. Nur gesunde Trauben können jene Qualitäten hervorbringen
die unseren Standards genügen. Bereits bei der Weinlese wird rigoros selektiert.
Temperaturgesteuerter Gärverlauf ist in unserem Betrieb genauso selbstverständlich
wie ein mehrmals tägliches, händisches Aufbrechen der Maische.
Getreu dem Motto: Technische Automatisation dort wo Sie die Qualität
fördert – manuelle Anstrengung dort wo dies die Qualität erfordert!
Das Barrique wird im Keller bereits seit Jahren für den Ausbau von Rotweinen
genutzt. Nun versuchen wir uns aber auch vermehrt im Einsatz
des kleinen Eichenfasses bei der Vinifizierung unsere Weißen und stoßen
dabei auf immer neue Potentiale die es auszuloten und zu nutzen gilt.
Dazu verwenden wir ausschließlich leicht bis medium getoastete Fässer
aus verschiedenen Produktionen um eine weite Palette von Qualitäten für
die anschließende Cuvètierung der Weine zu erlangen.
Aus dem Buch von Arch. Ernst Hiesmayer:
Einfache Häuser
Löcker Verlag
Wien 1991
Das Haus Steindl entstand mit der dezidierten Absicht, einen Prototyp zu schaffen.
Die Probleme mit der dörflichen Baustruktur bestanden, abgesehen von der emotionellen Hypothek, die auf den alten Höfen lastet, in der scheinbaren Unvereinbarkeit der Anforderungen modernen Lebens und Wirtschaftens mit der historischen Haustypologie. Hiesmayr überlegte, durch welche Eingriffe die alten Höfe wieder brauchbar gemacht werden könnten. Ausgehend von einer Strukturanalyse der traditionellen Streckhöfe suchte er nach einem Grundrissschema, das typologisch aus dem dörflichen Bestand abgeleitet ist, aber neuen Ansprüchen gerecht wird und architektonische Selbständigkeit erlaubt. Die Parzellen sind meist 8 m oder 12 m breit. Ein Zimmer von 4 x 4 m Größe als Grundeinheit bestimmt den 4 m Raster. Entsprechend dem Grundrisssystem ist die Fassade zumeist in ein Giebelfeld und ein oder zwei traufständige Felder gegliedert. Diese Ordnung erachtete Hiesmayr für verbindlich, er konnte sie jedoch nicht in reiner Form verwirklichen. Im Obergeschoss behielt er den 4m Rhythmus bei, im Erdgeschoss ergab sich aus einem bestehenden Keller von ungewöhnlicher Breite ein Maßkonflikt. Er weist in einer Achse drei gewölbte Räume aus verschiedenen Entstehungszeiten auf. Dieser Keller, der fast die Hälfte der Parzellenbreite einnimmt und dessen Fußboden ca. 2 m unter Niveau liegt, war vom Vorgängerbau erhalten geblieben und sollte nun als Heurigenkeller genutzt werden. Obwohl seine Ausmaße das typologische Konzept verunklärten, entschied man sich, ihn in das neue Gebäude einzubeziehen, da mit einem neuen Keller die emotionellen Werte und die Raumstimmung eines alten Gewölbes nie erreicht werden können. Das Gebäude sollte aus einem Wohnhaus, einem Heurigenkeller und Wirtschaftsräumen für einen Purbacher Weinbauern bestehen. Die Gliederung des Gebäudes in einen kurzen Trakt parallel zur Straße und einen langen, in die Tiefe des Grundstückes reichenden Baukörper ist durchwegs traditionell. Die additive Aneinanderreihung von Wirtschaftsräumen im Längstrakt, die ebenfalls völlig dem alten Hoftypus entspricht, ergab sich zwangsläufig aus der Einbeziehung des Weinkellers. Neu ist die Interpretation der Einfahrt, die hier zu einer breiten, durchlässigen Zone geworden ist, sowie die großzügige Raumaufteilung im Obergeschoss, wo sich die Wohnräume befinden und eine Terrasse als Bindeglied zwischen Längs und Quertrakt, d.h. zwischen Wirtschafts und Wohneinheit. Der Wandel der inneren Organisation von der geschlossenen Raumschachtel des alten Streckhofes hin zum offenen Raumkontinuum moderner Architektur ordnet sich im Obergebschoß dem strengen 3 teiligen Grundrisssystem unter. Der Wohnraum in der Mitte, ein Dachhaus, wird von Schlafzimmern und Nebenräumen flankiert, wobei die linke Raumzone eine selbständige Altenwohnung bildet. Das großzügig verglaste Giebelfeld ermöglicht eine gute Belichtung des Wohnraumes, die beiden seitlichen flachgedeckten Zonen eine Besonnung der innenliegenden Bäder durch Lichtkuppeln. Allerdings brachte das Konzept mit seinen vielen großen Öffnungen Einfahrt, Wohn und Schlafraumfenster auch gestalterische Probleme mit sich. Sie resultieren aus dem Widerspruch einer dynamischen Rauminterpretation zu den ruhigen Fassaden und der Mauerhaftigkeit der umliegenden Baustruktur. Insofern ist das Verhältnis zum alten Dorf zwiespältig. Auch der Wechsel von der 2 achsigen Raumorganisation im Erdgeschoss zur 3 achsigen im Obergeschoss war schwierig zu bewältigen. Letztlich konnte jedoch dieser ambitionierte Versuch, ein Modell der Neuinterpretation traditioneller Baustruktur zu schaffen, sehr wenig Einfluss auf das alltägliche Baugeschehen in Purbach nehmen.
Die Weinbauregion Neusiedlersee Hügelland zählt zu den vielseitigsten Weinbauregionen Österreichs!
Es ist die enzigartige Lage dieser Region, die so viel Charme und gleichzeitig soviel Leichtigkeit dem Wein mitgeben kann.
Zwischen dem Leithagebirge und dem Neusiedlersee liegend, herrschen ideale mikroklimatische Bedingungen für den Wein. Die sanften Südhänge des Leithagebirges sorgen für optimale Sonneneinstrahlung und der größte Steppensee Europas speichert diese Sonnenstrahlen für kühlere Tage. Aber mit über 2000 Sonnenstunden im Jahr halten sich diese ohnehin in Grenzen.
Diese Lage schmeckt man nicht nur im Glas, man kann sich von ihrer Schönheit das ganze Jahr über selbst verzaubern lassen. Besonders reizvoll ist die Kirschblütenzeit Ende April/Anfang Mai. In dieser Zeit blühen und duften die Weinberge und laden zu ausgedehnten Spaziergängen.
Auch die Läufer haben dies bereits entdeckt und feiern den Frühling mit dem alljährlichen Kirschblütenlauf. Dieser führt von Purbach nach Donnerskirchen und von dort über Purbach nach Breitenbrunn und wieder zurück nach Purbach. Dieses (für Purbacher Verhältnisse!) Großereignis lockt jedes Jahr bereits mehrere hundert Läufer an den Start.
Das Terroire
Der Boden der Region ist in seiner Beschaffenheit abhängig von der Lage sehr unterschiedlich.
Seine Ausprägungen reichen von "besonders kalkhaltig, mit hohem Anteil an Urgestein" bis hin zu "lehmig lößhaltigem Schwemmland". Aus diesem Grund bietet diese Region auch die Möglichkeit spritzig leichte Weißweine genauso zu produzieren, wie tiefdunkle, schwere Rotweine. Daher kann es aber mitunter auch ein wenig haarig sein, die richtige Sorte für den richtigen Boden zu finden.
Der Boden besteht aber - und das haben Biobauern schon vor vielen Jahren erkannt - nicht nur aus leblosen Mineralien und anorganischen Stoffen. Der Boden ist ein reicher Lebensraum für eine Vielzahl von Tieren und Pflanzen. All diese Geschöpfe tragen zur Gesundheit und Ausgewogenheit von Boden und Rebe bei. Genauso wie eine einseitige Belastung dem Menschen schadet, so verhält es sich auch mit der Rebe. Nur der Komplexität der Natur ist es zu verdanken, dass sowohl klimatische wie auch biologische Extreme abgefedert und ausgeglichen werden. Ein Eingreifen des Menschen ist dabei fast nicht mehr nötig!
Fazit:
Der Boden ist unser größter Schatz! Ohne den richtigen, gesunden(!) Boden keine guten Weine!